Kleine Hilfestellung für den Heizungs-Nichtfachmann
geschrieben von Günther Grund, 25 Jahre mit Freude im Gasgeräte-Kundendienst tätig gewesen.

Da meine Hilfestellung im Laufe der Zeit droht immer umfangreicher zu werden, möcht ich mal etwas ausdrücklich betonen:
"Ich will niemanden verleiten, selbst Hand anzulegen, um Handwerkerkosten zu sparen. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er es sich zumutet dies oder das von mir Beschriebene auszuführen. Also überlegt euch vorher, was ihr macht. Tipps in Richtung Gasfunktion von Thermen werd ich konsequent nicht behandeln."
(Ausserdem ist mein Wissen begrenzt)

Wie funktioniert ein Gasgerät?
Wo ist denn bloss der Füllhahn?
Wie wird die Anlage gefüllt?
Wozu ist das Ausdehnungsgefäss?
Die Zündflamme und so ...
Therme springt nicht an?
Die Pumpe weigert sich zu laufen.
Wichtige Funktionen beim Thermoblock VCW 180 E/XEU

Was spielt sich in der Therme ab?

Die Technik macht Fortschritte. Das ist bekannt. Deshalb hier nur eine sehr vereinfachte Erklärung für den Funktionsablauf in einem Heizgasgerät.

Egal welcher Name auf dem Gerät steht, die grundlegenden Funktionen und Baugruppen sind immer die gleichen:
Wasser dient als Wärmeträger. Zum Transportieren des warmen Wassers wird eine Pumpe benötigt. Das Wasser wird durch eine Rohrschlange geführt, dem Wärmetauscher, um dort durch die Brennerflammen erhitzt zu werden.
Zum Schalten von Zusatzfunktionen werden oft sogenannte Wasserschalter benutzt. Vom Hauptwasserstrom führen dünne Steuerleitungen zu den Teilen, die ihrerseits z.B. einen Mikroschalter betätigen oder ein Ventil der Gasarmatur öffnen. Solche Wasserschalter funktionieren auch immer auf gleiche Weise: zwei Gehäusehälften, dazwischen eine Gummimembrane, ein Membranteller mit Stift, der bei Druckanstieg ausfährt und irgendetwas ein- oder ausschaltet oder bewegt.
Es gibt immer einen Vorlauftemperaturregler, einen Sicherheitstemperaturbegrenzer und andere Wärmefühler, sogen. NTCs oder PTCs, die temperaturüberwachend und - regelnd wirken, da immer mehr Elektronik im Vormarsch ist. Zweck solcher Massnahmen ist die gezielte Erwärmung der Wohnung ohne verschwenderisch mit der Heizenergie umzugehen.

Dann wäre da noch die Gasarmatur. Meist wird das Gas über Magnetventile, also elektrisch, freigegeben, jedenfalls in der letzten Stufe zum Verbrennungsvorgang. Die Vorstufe erfolgt wieder durch hydraulische Betätigung eines bereits erwähnten Wasserschalters, der seine Bewegung durch den Wasserdruck des von der Pumpe geförderten Mediums erfährt.
Wieder (siehe auch Zündflamme) wurde bewusst ein komplizierter Vorgang gewählt, nämlich das Zusammenspiel aus hydraulisch und elektrisch funktionierenden Teilen, damit bei Störungen keine Unfälle durch unkontrolliert ausströmendes Gas passieren. Tritt an einem dieser an der Gasfreigabe beteiligten Bauteile ein Fehler auf, passiert nix mehr. Also würde die Pumpe ausfallen, kämen alle hydraulischen Funktionen nicht zustande. Elektrisch vielleicht, aber das würde nix nutzen.
Nun versteht vielleicht auch der Ein oder Andere, warum es bei Gasgeräten so gut wie nie zu Unfällen kommen kann und warum einige "Fachleute" manchmal an solch geballter Technik verzweifeln.
Die Konstruktionen sind gut durchdacht und wenn ich mich nicht täusche, auch gesetzlich vorgegeben.

zurück

Füllhahn! Wo bist du?

Mitunter kann das Finden des Füllhahnes einer Heizungsanlage Schwierigkeiten bereiten, aber ganz sicher ist einer vorhanden, wenn nicht sogar 2 oder gar 3 davon.

Um bei Reparaturen das Wasser ablassen zu können, hat der Installateur den Hahn möglichst gut zugänglich an die tiefste Stelle der ganzen Anlage gesetzt. Das heisst, wir suchen an den Rohrleitungen, vorzugsweise im Bad oder der Küche die an den Scheuerleisten verlaufenden Rohre ab. Irgendwo befindet sich ein messingfarbenes Hähnchen mit einer Verschlusskappe. Treffen Sie bei der Suche auf ein ähnlich beschriebenes Objekt mit einer ROTEN WACKELIGEN PLASTIKKAPPE, dann lassen Sie bitte die Finger davon, denn das ist das Sicherheitsventil und interessiert uns nicht die Bohne.
Bei Anlagen mit im Boden verschwindenen Rohren ist in der darunter liegenden Räumlichkeit zu suchen. Hier sind die Rohre meist an der Decke verlegt.

Gute Monteure machen nichts falsch, wenn sie einen der Füllhähne direkt unter die Therme setzen. So ist bei einer Wartung oder Reparatur ganz fix das Wasser abgelassen, wieder aufgefüllt und vor allem wurde nichts aus dem übrigen System abgelassen, sondern nur ein paar Liter aus der Therme. Also auch mal unter der Therme nach dem Hahn schauen.

Da verschiedene Varianten von Füllhähnen im Umlauf sind, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, auf welche Weise das Ding zu öffnen ist. Es ist aber fast 100%ig davon auszugehen, dass nach dem Entfernen der Schutzkappe noch kein Wasser aus dem Hahn schiesst.
Die Kappe kann also ab und der später anzuschliessende Schlauch kann an dem nun freien Gewinde angeschraubt werden.

Der Öffnungseffekt ist verschieden:
  • Es kann ein Vierkant mit einer Kerbe dran sein, die die momentane Position des Kükens angibt, also Kerbe quer zur Flussrichtung bedeutet „ZU“, längst zur Flussrichtung „AUF“.

  • Dafür müsste ein passender Maulschlüssel oder eine gute Zange vorhanden sein um durch eine viertel Umdrehung den Hahn zu öffnen.

  • Es kann auch ein roter Hebel dran sein, der dasselbe signalisieren soll.
  • Es kann in der Kappe selbst ein passender Vierkant integriert sein, den man dann auf den viereckigen Zapfen am Hahn setzt und aufdreht - nach links.
  • Es kann auch nichts dergleichen sein, aber dafür eine vorgesehne Rändelung um mit den kräftigen Fingern daran zu drehen - von vorne betrachtet nach links um zu öffnen.
  • Jedenfalls ist dieser Hahn dafür gedacht, Wasser aufzufüllen und auch abzulassen.

    zurück

    Wir füllen eine Heizungsanlage

    Die Heizungsanlage ist ausgeschaltet.
    Wir schliessen ZUERST den Schlauch an den Wasserhahn an (Zufluss). Dann nehmen wir das andere Ende und halten es über einen beliebigen Abfluss (Waschbecken etc.), drehen den Hahn auf und füllen den Schlauch solange mit Wasser, bis ein glatter Strahl austritt. Damit wäre der Schlauch „entlüftet“.
    Denn wie wir wissen, heizen wir mit warmen Wasser und nicht mit warmer Luft. Abgesehen von lauwarmen Heizkörpern, kann Luft in der Anlage zu Funktionsstörungen führen. Das reicht vom harmlosen Plätschern oder Gluckern bis zum Totalausfall wegen Zirkulationsunterbrechung.

    Nachdem der Schlauch mit Wasser gefüllt wurde, knicken wir den Schlauch am freien Ende kurz geschickt in Z-Form ab und nähern uns dem KFE-Hahn (Kessel-Füll- und Entleerungshan). Das Abknicken soll das Rauslaufen des eben eingefüllten Wassers verhindern, da in den meisten Fällen der Wasserhahn höher liegt als der KFE-Hahn.

    In weiser Voraussicht haben wir den KFE-Hahn schon anschlussbereit gemacht und schrauben das abgeknickte Ende des Schlauches an diesen Hahn.
    So.
    Nun wird der Heizungsfüllhahn geöffnet und darauf geachtet, ob die Anschlüsse auch schön dicht sind. Wenn nicht, reicht meist ein untergelegter Lappen oder die Überwurfverschraubung muss nochmal etwas fester angezogen werden.

    Ist der KFE-Hahn geöffnet, wird nun der Wasserhahn mit Gefühl aufgedreht und das Druckmanometer beobachtet. Es sollte nicht höher als bis 1,3 bar gefüllt werden. Alles darüber ist unnütz.
    Steht der Zeiger bei 1,3 bar, wird der Wasserhahn geschlossen und man könnte jetzt evtl. die Heizkörper entlüften. Davor sollte aber kurz die Anlage ein- und wieder ausgeschaltet werden. Fiel der Druck nach dem Entlüften, kann schnell wieder nachgefüllt werden.

    Beide Hähne werden wieder geschlossen. Am Heizungsfüllhahn wird wieder der Schlauch abgeknickt, damit in diesem Fall der noch unter Druck stehende Schlauch nicht einen Teil des Wassers in die Umgebung versprüht, und in das Becken gelegt. Wir schrauben das andere Ende vom Wasserhahn ab. Schlauch entleeren – fertig.

    Anlage einschalten und evtl. geringfügig nachentlüften und zwar IMMER und GRUNDSÄTZLICH bei ausgeschalteter Anlage bzw. ruhender Pumpe.

    zurück

    Das Ausdehnungsgefäss - das unbekannte Blechdingsbums

    Grobe Beschreibung:

    Ein Stahlblechbehälter beliebiger Form (meist rot) ist in zwei Kammern durch eine Gummihaut (Membran) getrennt. Auf der einen Seite der Membran befindet sich ein sog. Stickstoffpolster mit einem für Etagenwohnungen üblichen Vordruck von 0,8 bar.
    Stickstoff wurde gewählt, da er nicht so schnell durch die Gummimembran diffundiert wie Luft. Es ist also möglich, gegebenenfalls auch Luft einzufüllen. 1 bar sollte dann der Vordruck aber höchstens sein um nicht in Kürze wieder das Polster auffüllen zu müssen. Ausserdem würde die Luft sich dann ins Heizungswasser verkrümeln wo sie auch nur stört. Luft also nur als Provisorium einfüllen.

    Die Membran hat die Konturen des inneren AGs und verschliesst durch ihre Form die Zuflussöffnung für das Heizungswasser.
    Soll das Wasser in das AG hinein, so muss es erst die mit 0,8 bar belastete Membran von der Öffnung wegpressen. Es gibt Fälle, bei denen das nicht geht. Einerseits weil ab Werk der Vordruck zu hoch ausgeführt wurde und andererseits weil die Membran trotz korrekten Vordrucks an der Gefässwandung klebt wie angewachsen und die Öffnung damit auch nicht freigibt. Im letzteren Fall muss dann die Membran gelöst werden. Das Stickstoffpolster wird zuerst abgelassen und die Anlage gefüllt. Da dem Wasser am Zufluss des AGs nun kein Widerstand mehr entgegentritt, kann bis fast 2,5 bar gefüllt werden. Meist gibt die Membrane schon vorher nach und der Zufluss ist offen. Anschliessend wird das Wasser wieder abgelassen, das AG wieder mit Stickstoff aufgefüllt und erneut Wasser zugeführt um dann die Anlage in Betrieb zu nehmen.

    Ist aber alles ok am AG, dann kann man deutlich das hineinlaufende Wasser hören, wenn es den Vordruck des Gefässes übersteigt. Wird also der Vordruck von 0,8 bar vom einfliessenden Wasser überstiegen, so plätschert es fröhlich ins Gefäss. Das ist auch am Manometer zu sehen. Zu Beginn des Füllens steigt der Druck an und fällt beim Erreichen der 0,8 bar Vordruck wieder etwas ab, da nun der Innenraum des AGs freigegeben wird, also zusätzlicher Füllraum zur Verfügung steht.
    So kann man erkennen mit welchem Vordruck in etwa das AG noch arbeitet.

    Wenn die Umstände optimal sind, wird das durch die Erwärmung sich ausdehnende Wasser ständig vom AG aufgenommen und beim Abkühlen wieder abgegeben. Die Druckschwankungen, die dabei auftreten, sollten sich im Bereich von 1,2 bar bis allerhöchstens 2 bar bewegen. Je heisser das Wasser, desto grösser ist der Druckanstieg.

    Steigt der Druck über 2 bar, sollte nach der Ursache geforscht werden. Einfaches Wasserablassen löst das Problem nicht. Bei 2,5 bar öffnet in der Regel das Sicherheitsventil und das ist möglichst zu vermeiden, da es in den meisten Fällen von alleine nie wieder abdichtet. Es muss dann ersetzt werden oder den Versuch einer Säuberung über sich ergehen lassen.

    Nebenbei bemerkt:
    Ein mehrmaliges Auffüllen der Anlage lässt auf Fehler schliessen, wo auch immer. Es handelt sich um eine geschlossene Anlage, die unter Druck steht. Diese muss dicht sein. Ein aufgefüllter Druck von 1,2 bar muss sich demnach ein Jahr lang oder länger, halten. Macht er das nicht, geht Druck verloren oder Wasser.

    Ständiges Nachfüllen mit frischem Wasser bringt keine Vorteile für die Anlage (Kalk, Sauerstoff usw.) Je älter, fauler und stinkender das Wasser ist, desto besser.
    Das Wasser wird lediglich als Wärmeträger benötigt und zu nichts anderem.
    Vor dem Füllen die Heizkörper gut entlüften. Beim Auffüllen muss zuerst der Schlauch mit Wasser gefüllt werden, damit die Luft rauskommt. Dann langsam Wasser einlaufen lassen und das Manometer beobachten. Nicht höher als bis 1,2 bar auffüllen.
    ... und Finger weg vom roten Knopf am Sicherheitsventil. ;0)

    zurück

    Störungen an der Zündflamme

    Hinter der Zündflamme stecken mehr Funktionen als man glaubt.
    Vom Hauptgaskanal wird innerhalb der Gasarmatur eine geringe Menge Gas (Zündgas) abgezweigt. Dieses Zündgas passiert einen Filter, strömt durch ein Röhrchen, am Zündbrenner durch eine Düse mit einem klitzekleinen Löchlein und wird, wenn entzündet, als Flamme durch ein Leitblech in eine ganz bestimmte Form gebracht um dann endlich einen Fühler (Thermoelement) zu erwärmen.
    Dieser Fühler wiederum sieht auch unscheinbar aus, ist aber nicht etwa ein popeliger Draht, sondern besteht aus zwei verschiedenen Metallen, die bei der Erwärmung durch die Zündflamme einen geringen Strom erzeugen. Am anderen Ende des Thermoelements wird der Strom über den Schraubanschluss an einen Haltemagneten weitergegeben. Der enthält eine Spule und eine Metallplatte, die von der Spule elektromagnetisch festgehalten wird. Mit der Platte ist das Ventil für die 1. Kammer des Hauptgases verbunden, das wiederum anfänglich vom Druck des Fingers oder unseres Daumens mechanisch aufgedrückt wurde.
    Die seltsamen ca. 20 sec., die man immer drücken muss, bis die Flamme hält, werden benötigt, damit der ganze geschilderte Ablauf nach und nach vollzogen werden kann.

    Fällt also irgendwann das Gerät aus, weil die Zündflamme aus ist, kann dies eine Menge Ursachen haben:
  • Das Thermoelement kann defekt sein (Auswechseln vom Fachmann)

  • Verschraubungen des TE sind lose oder haben sich gelockert (evtl. selbst nachziehen)

  • Die Zündgasdüse ist verstopft (na ja, evtl. auch selbst wieder säubern)

  • Der Zündgasfilter ist verstopft (nix für den Laien)

  • Das Leitblech für die Flamme hat Schmutzansatz und deformiert die Flamme (manchmal hilft Gegenklopfen u. der Schmutz fällt ab)

  • Das TE ist aus seinem Sitz gerutscht (wieder reinstecken)

  • Der Haltemagnet ist defekt (Fachmann muss ran)
  • Die Zündflamme bestreicht das TE und muss nebenbei auch das Brennergas zünden. Dafür muss die Flamme eine bestimmte Form haben. Verändert sich diese, dann bekommt evtl. das TE keine Wärme (Ausfall) oder wenn doch, kann es zu lautem Anspringen des Gerätes kommen, da das ausströmende Gas durch eine zu kleine Flamme explosionsartig zünden muss.
    Das Zündgas braucht Sauerstoff um zu verbrennen. Der ist in der Luft, und in der Luft ist auch Staub und was weiss ich. Diese Bestandteile werden sozusagen von der Zündflamme beim Verbrennen des Zündgases angesaugt und setzen sich mehr oder weniger in behindernder Weise am Zündbrenner ab. Das führt früher oder später zu den Ausfällen. Genauso ist das Gas selbst nicht ganz sauber, sodass es immer zu verstopften Filtern oder Züngasdüsen kommen kann.
    Wer sich jetzt fragt, warum das Ganze so aufwendig und kompliziert gebaut wurde, kann evtl. bei näherer Betrachtung erkennen, dass es sich bei der beschriebenen Mimik um eine Sicherheitseinrichtung handelt. Bei erloschener Zündflamme kühlt das TE ab, es fliesst kein Strom zum Haltemagneten, der lässt die Platte mit dem Ventil los und der Gasweg ist geschlossen. So einfach ist das. ;0)

    Was letztendlich die tatsächliche Ursache für einen Zündflammenausfall ist, kann eigentlich nur der Fachmann feststellen.

    zurück

    Alles in Ordnung, nichts funktioniert?

    Aus unerklärlichen Gründen springt die Therme nicht an, obwohl gestern erst noch gelaufen.
    Das kann daran liegen, aber muss natürlich nicht, dass der sogenannte Temperaturbegrenzer wegen einer zu hohen Heizwassertemperatur abgeschaltet hat. Die hat dann über 100°C gelegen und das ist zu viel.
    Auch wenn andere vielfältige Möglichkeiten für einen Ausfall bestehen, so wäre ein läppischer Fingerdruck auf den Entriegelungsknopf des Begrenzers jederzeit machbar, kostengünstig und vielleicht sogar die Lösung des Problems gewesen.
    Junkers Kesselthermen z.B. ZWR 18-AME, ZWR 18-1KE, ZWR 18-2KE:
    Nach abnehmen der Verkleidung sind links, direkt über der grossen Blechblende 2 rote/schwarze Knöpfe sichtbar. Das sind die Temperaturbegrenzer-Entriegelungen. Einfach mal drücken. Es kann nichts Schlimmes passieren.

    Vaillant Thermoblock ... EU, ... XEU:
    Nach Abnehmen der Türen und der rechten Verkleidungswand ist hinter der Pumpe ein kleiner faustgrosser Plastikkasten sichtbar, der einen Gummignubbel an der Vorderseite aufweist. Den mal tief reindrücken.

    Falls die Therme danach anspringt, sollten alle Heizkörper entlüftet werden. Dazu aber die Therme wieder ausschalten. Es kann sein, dass es eine Zirkulationsunterbrechung wegen zu viel Luft in den Leitungen gegeben hatte. Also muss entlüftet werden, damit die Störung nicht nochmal auftritt.

    zurück

    Die Pumpe will nicht ...

    Ich setze mal voraus, dass die Pumpe nicht defekt ist.
    Trotzdem kann es vorkommen, dass nach längerer Stillstandszeit, also bei reinen Heizthermen über die Sommerzeit, das Gerät nicht anspringt. Leider sind die Geräte so konstruiert, dass sie nur anspringen, wenn auch die Pumpe läuft, da eine Reihe hydraulischer Funktionen vom fliessenden Heizungswasser abhängig sind.

    Kontrolle der Diagnose:
    Mit einem grossen Schraubendreher nach Doktormanier, Griff am Ohr und Klinge an der Pumpe, horchen ob ein Brummen zu hören ist (Gerät natürlich eingeschaltet). Das Brummen heisst: Ich will, aber kann nicht. War das Gerät vorher schon längere Zeit eingeschaltet, dann müsste die Pumpe sogar warm sein.

    Da die Pumpe in dem Fall nicht kaputt ist, benötigt sie jetzt einen kleinen Schubs zum Anlaufen und das geht so:
    Die Pumpe im Gerät zu finden ist nicht schwer. Sie ist dick und rund, oft grün, rot oder grau lackiert und es steht meist Wilo, Grundfos oder der Herstellername des Gerätes drauf. Wurde die Pumpe gefunden, dann bemerkt man ganz sicher auch eine etwas grössere Verschlussschraube an der Stirnseite. Diese Schraube muss ab. Dafür wird ein grosser Schraubendreher benötigt. Vorsichthalber legt man noch irgendwie einen feuchten Lappen direkt darunter, da wahrscheinlich einige Tropfen Wasser aus dem Loch tropfen werden, die nicht mit stromführenden Kabeln oder Teilen zusammentreffen sollten.

    Also, wir drehen die Schraube raus und schauen in ein schwarzes Loch direkt auf die Welle der Pumpe. Je nach Material, kann die Welle aus Stahl oder Keramik sein. Egal woraus, auf der Welle ist ein kleiner Schlitz sichtbar/fühlbar. Hier hinein stecken wir einen kleinen Schraubendreher und unter Druck und gleichzeitiger Drehung, verpassen wir der Welle einen Schubs in die Laufrichtung, nach links. In 99,9999% der Fälle springt die Pumpe nach der Prozedur auch an.

    zurück

    Wie tut das gehen bei die 180er/240er Therme?

    Bei diesen Geräten (bei anderen auch) wird das Gerät ohne die laufende Pumpe nicht anspringen. Fehler: Pumpe defekt oder festsitzend, weil längere Zeit nicht in Betrieb gewesen (betrifft meist VC ...)
    Als nächstes wird durch den Pumpendruck das Vorrangumschaltventil (VUV) eine Bewegung ausführen. Bei WW ist das eine Bewegung nach rechts, bei Heizung nach links. Dies ist nötig, damit die beteiligten Mikroschalter betätigt werden können um anschliessend die Zündung in Gang zu setzen.
    Das VUV wird aber nur diese Bewegungen korrekt ausführen, wenn es über die dünnen kupfernen Steuerleitungen einen hydraulischen Befehl vom Servoventil bekommt.
    Das wiederum wird vom Wasserteil betätigt.

    Anders herum betrachtet, wird bei WW-Entnahme der Stift vom Wasserteil ausgefahren, so betätigt er einen Mikroschalter am Servoventil und das Gerät läuft an, damit auch die Pumpe. Ob aber nun auch das VUV arbeiten kann, das hängt davon ab, ob das Servoventil vernünftig arbeitet. Meist tut es das im Falle einer Störung nicht. Nämlich dann, wenn nach WW-Entnahme der Stift vom Wasserteil zurückfahren soll, aber aufgrund einer entstandenen unbemerkten Undichtigkeit, dies nicht kann. Dummerweise steht dadurch ein Keramiksegment (sozusagen eine Weiche) innerhalb des Servoventils so ungünstig, dass die Steuerleitungen zum VUV damit versperrt sind. Es kann sich also trotz laufender Pumpe nicht bewegen und es gibt damit keine Heizfunktion.
    Der Hilfeschrei lautet also meist: "Hilfäääh, WW funktioniert, aber Heizung nicht. Wer weiss was?"

    Die Undichte am Wasserteil kommt durch eine Buchse (Stopfbuchse). Das führte zu Kalkablagerungen, die das Zurückziehen des Stiftes oder des Stößels verhindern. Daraus resultiert auch ein Fehler, der das Gerät zwingt, ständig an und aus zu gehen, da WW angefordert wird, das im Gerät zirkuliert, aber nicht über den Wasserhahn abgenommen wird.

    Manchmal sind auch die Steuerleitungen im Bereich der Steckung am Servoventil nur verstopft. Auch dann macht das VUV keine Bewegung.
    Oder das VUV fährt brav nach links, aber die Zündung setzt trotzdem nicht ein. Dann könnte einer der Mikroschalter defekt sein (meist der obere).

    Viele Störungen bewegen sich also in diesem zusammenhängenden Bereich: Wasserschalter - Servoventil - Steuerleitungen - VUV - Mikroschalter, und irgendwann trifft es jede Therme dieser Baureihe.

    Wer also verärgert dem Gerät mit dem Hammer droht, der könnte erst wenige Kontrollen abarbeiten, so er sich im Gerät auskennt und die benannten Teile auch auffinden kann:
    1. Läuft die Pumpe? Prüfung ist oben beschrieben.
    2. Bewegt sich das VUV auch bis zum Anschlag, jeweils nach rechts oder links?
    3. Bewegt es sich nicht bis zum Anschlag? Springt das Gerät an, wenn man mit den Fingern die Blechwippe kräftig in Richtung Mikroschalter drückt? Wenn ja, siehe Erklärungstext.
    4. Steht der schwarze Hebel mit der Feder hinter dem Servoventil bei Heizfunktion nach oben? Wenn ja, dann diesen mit dem Finger nach unten drücken, denn da gehört er hin. Trotzdem liegt hier ein Fehler vor und muss behoben werden, weil der Hebel nach der nächsten WW-Entnahme wieder oben steht.

    zurück